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Schielwinkelproblemstellungen treten in den verschiedensten
Lebensbereichen auf. Will man beispielsweise auf dem Rummelplatz
an der Schießbude einen vorbeigleitenden Holzhasen treffen, muß
man beim Schuß einen gewissen Punkt vor dem Ziel anvisieren.
Im Fachjargon heißt dieser Winkel zwischen Visier- und Schußlinie
Vorhalt. Er entspricht genau dem Schielwinkel des hier
zur Diskussion stehenden Verfolgungsproblems:
In Abwandlung von der
Hundekurve nach Bouguer
weicht bei den Schielwinkelkurven die Bewegungsrichtung des
Verfolgers von der Visierlinie ständig um einen vorgegebenen
konstanten Winkel Bevor wir uns den angenäherten Verlauf einer Schielwinkelkurve im Applet ansehen, wollen wir kurz die vorliegende Problematik mathematisch formulieren. Dabei werden wir unsere Betrachtungen auf den Fall eines geradlinig flüchtenden Ziels beschränken: Seien Q(0) und P(0) die Startpositionen der punktförmigen Akteure in der Grundebene
Die Fluchtgeschwindigkeit u darf null sein. Wie man im
nachstehenden Applet sieht, ergeben sich in diesem Spezialfall als
Verfolgerbahn logarithmische Spiralen mit dem ruhenden Ziel
Q'(=Q(0)) als Pol. (Begründung: Die Bewegungsrichtung des
Verfolgers P' stimmt mit der Tangente an die Schielwinkelkurve
überein. Die Verfolgerbahn schneidet folglich jeden von Q(0)
ausgehenden Strahl jeweils unter dem gleichen Winkel, dem
Schielwinkel
Die Herleitung der Bahngleichung der Schielwinkelkurven im Normalfall eines wirklich vor dem Verfolger flüchtenden Ziels wird uns natürlich weit mehr Mühe bereiten. Wir wollen aber der trockenen rein analytischen Lösungsmethode eine geometrische vorziehen, die Walter Wunderlich 1957 erstmals veröffentlichte. Ihr Vorteil liegt zweifellos in ihrer Anschaulichkeit. Sie bleibt mit ihren Betrachtungen nicht in der zweidimensionalen Verfolgungsebene stecken, sondern geht eine Dimension weiter und liefert dort faszinierende Ergebnisse, die sich geradezu für eine Präsentation in Appletform anbieten. |