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Zur Bestimmung der Gleichungen der Schielwinkelkurven im Fall eines
auf einer Geraden l' flüchtenden Ziels wird hier - wie bereits
erwähnt - eine geometrische Methode angewandt.
Dazu wird der zweidimensionale Bewegungsvorgang in der Grundebene
in ein räumliches Weg-Zeit-Diagramm übertragen. Das
ist ein Koordinatensystem, in dem zusätzlich zu den
Ortskoordinaten der Akteure auf der dritten Achse senkrecht zu
die Zeit t aufgetragen wird.
| Applet: Weg-Zeit-Diagramm
einer Schielwinkelverfolgung ( = 63°,
= 3/10). |
Die während der Verfolgung entstehenden Raumkurven werden als
Schicksalslinien bezeichnet, da sie das Schicksal der
Akteure, das heißt ihren Aufenthaltsort zu einem bestimmten
Zeitpunkt t der Verfolgung, exakt widerspiegeln. Die Raumkurve
des Ziels sei mit l und die des Verfolgers mit k bezeichnet.
Wie man leicht einsieht, ist der Grundriß der
Schicksalslinie auf der Ebene mit der zweidimensionalen
Ortslinie der Verfolgung identisch. (Die Grundrißobjekte werden
wir weiterhin mit einem ,,' `` kennzeichnen.)
Aufgrund der konstanten Fortbewegungsgeschwindigkeiten u und v
beider Akteure handelt es sich bei den Schicksalslinien um Linien
konstanter Steigung, also um sogenannte Böschungslinien.
Setzt man den Zeitmaßstab zudem proportional zur
Verfolgergeschwindigkeit v an, indem man die dritte Koordinate
setzt, entspricht der Betrag des Zuwachses in
z-Richtung genau dem des vom Verfolger in der Ebene zurückgelegten Weges. Die Verfolgerkurve k steigt in diesem Fall
folglich mit gegen an. Diese Eigenschaft wird uns
später für die Ermittlung der Gleichung von k noch von großem
Nutzen sein.
Die Schicksalslinie l des Ziels ist uns nun hingegen vollständig
bekannt: In unserem neuen Zeitmaßstab läßt sie sich als
diejenige Gerade konstruieren, die durch die Zielstartposition
Q(0) verläuft, die Fluchtgerade l' als Grundriß besitzt und
unter dem Winkel gegen die Ebene ansteigt, wobei
ist.
Gelingt es uns, die Verfolgerschicksalslinie k herzuleiten,
können wir im Fall einer gelungenen Jagd das Treffereignis
örtlich und zeitlich exakt angeben, indem wir den Schnittpunkt der
beiden Schicksalslinien l und k berechnen. Existiert dieser
Schnittpunkt nicht, so war offensichtlich das Ziel dem Verfolger
überlegen.
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