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In diesem Abschnitt wollen wir es nicht bei einem Verfolger
belassen, sondern wollen gleich mehrere - für die mathematische
Auswertung unendlich viele ( Dies soll natürlich nicht willkürlich geschehen, sondern wie bei jedem vernünftigen Wettlauf werden wir unseren Verfolgern eine gewisse Startordnung vorgeben: alle Verfolger müssen auf demselben Basiskegelschnitt k[c] starten. Dieser ist
durch das Geschwindigkeitsverhältnis Bevor wir aber mit theoretischen Überlegungen fortfahren, wollen wir einen derartigen Wettlauf im Weg-Zeit-Diagramm betrachten, um mit der Problemstellung vertrauter zu werden.
Scheinbar treffen im Fall einer Ellipse als Basiskegelschnitt alle Verfolger gleichzeitig auf das Ziel und zwar in der Spitze des Trägerkegels. Diese Beobachtung werden wir nun mathematisch herleiten.
Dazu wenden wir auf die kontinuierliche Affinitätsgruppe Die Punkte P einer bestimmten Kegelerzeugenden besitzen denselben Zentralriß P[c] auf dem Basiskegelschnitt k[c], da die Kegelspitze mit dem Zentralprojektionszentrum übereinstimmt. Ferner kann der Fluchtpunkt T[c] der Tangente t an den Punkt P aus P[c] eindeutig konstruiert werden, so daß auch T[c] allen Punkten einer Kegelerzeugenden gemein ist.
Allgemein gilt für eine Zentralprojektion, daß alle
Originalgeraden, deren Bilder denselben Fluchtpunkt besitzen,
parallel sind. Auf den Tangentenfluchtpunkt T[c] angewandt
bedeutet dies, daß die Tangenten aller Punkte einer
Kegelerzeugenden parallel sind. Bei den
Ferner sind die
Betrachten wir nun die Verfolgung zu einem festen Zeitpunkt t, so
befinden sich die
Es handelt sich um
Wegen der gleichen Fortbewegungsgeschwindigkeit v aller Im folgenden Applet können wir unsere bisherigen Erkenntnisse für den Fall eines an Geschwindigkeit unterlegenen Ziels nachvollziehen.
Auffallend sind im Applet die beiden geradlinigen Verfolgerbahnen U[c]O' und V[c]O'. Wir können beobachten, daß alle übrigen Verfolgerbahnen im Laufe des Wettlaufs in die geradlinige Verfolgerbahn U[c]O' einmünden und die Verfolger auf diesen Bahnen gleichzeitig von hinten auf das Ziel treffen. Hosemann nannte diese spezielle Verfolgerkurve U[c]O' deshalb den stabilen Kollissionskurs. Dahingegen gab er dem zweiten geradlinigen Kurs V[c]O' den Namen instabiler Kollissionskurs, da der Verfolger dieser Bahn als einziger von vorn auf das Ziel stößt. Ferner teilen die beiden geradlinigen Kollissionskurse die Ebene offensichtlich in zwei Sektoren auf: das Gebiet innerhalb des spitzen Winkels U[c]O'V[c] und dessen Komplement. Wie leicht zu erkennen ist, sind zwei Schielwinkelkurven innerhalb desselben Sektors reell ähnlich. Dahingegen weisen je zwei Kurven aus verschiedenen Sektoren komplexe Ähnlichkeitsfaktoren auf. Wir wollen die in diesem Abschnitt gewonnenen Erkenntnisse in zwei Sätzen zusammenfassen: Satz 8 Alle Verfolger mit gleicher Geschwindigkeit und gleichem Schielwinkel, die dasselbe an Geschwindigkeit unterlegene Ziel zur gleichen Zeit und am gleichen Ort treffen, befinden sich in jedem Augenblick auf einer gewissen Isochronenellipse, in deren einem Brennpunkt jeweils das Ziel steht. Satz 9 Alle Schielwinkelkurven mit gleichem Geschwindigkeitsverhältnis und gleichem Schielwinkel sind untereinander ähnlich, wobei unter Umständen komplexe Ähnlichkeitsfaktoren auftreten können. |