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Die
Hundekurven nach Bouguer
(ohne Schielwinkel) sind ein Spezialfall der Hyperbolischen
Treffer. Wir bekommen deren Lösung in diesem Abschnitt somit quasi
gratis mitgeliefert.
Sei nun die zu bestimmende Schielwinkelkurve wie immer durch die
Angabe von
Q(0) und P(0)
- (Ziel- und Verfolgerstartposition, wobei
),
u und v
- (Geschwindigkeit u des Ziels und v des Verfolgers),
- (Schielwinkel) und
l'
- (der Fluchtgeraden)
festgelegt. Desweiteren zeichnet sich der Hyperbolische Treffer
speziell durch die Gültigkeit der Ungleichungskette
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(12) |
aus.
Sei ferner der Startabstand der Akteure P(0)Q(0) mit r(0) (>
0) und der Richtungswinkel l'Q(0)P(0) in Bezug auf l' mit
bezeichnet.
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Applet: Startabstand r(0) und Richtungswinkel . |
Zur analytischen Darstellung der hyperbolischen Trefferbahn, werden
wir in einem ersten Schritt die Treffzeit T (den Zeitpunkt
des Zusammentreffens von Ziel und Verfolger im Punkt O')
bestimmen, indem wir den Zentralriß k[c] der
Verfolgerschicksalslinie k näher untersuchen.
Wegen (12) ist , womit der Kegelschnitt
k[c]
eine Ellipse
ist und wir erhalten mit der
Fundamentaleigenschaft
für den Abstand des Punktes P(0) von der zum Brennpunkt
Q(0) der Ellipse k[c] gehörigen Leitlinie q den Wert
. | Applet: Abstand f des Brennpunkts Q(0) von der
zugehörigen Leitlinie q (I). |
Folglich ergibt sich als Abstand f des Punktes Q(0) von der
Leitlinie q zum einen
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(13) |
Da die Fundamentaleigenschaft aber auch für den Ellipsenscheitel
A (als Punkt der Ellipse k[c]) gilt, können wir für den
Abstand f zum anderen
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(14) |
schreiben, wobei e die lineare Exzentrizität der Ellipse
k[c] und a ihre Halbachse durch den Punkt Q(0) sei:
| Applet: Abstand f des Brennpunkts Q(0) von der
zugehörigen Leitlinie q (II). |
Mit erhalten wir nun aus (14) den
Wert der linearen Exzentrizität e der Ellipse k[c]:
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(15) |
und wir können den Gesamtweg Q(0)O' des Ziels mit
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(16) |
angeben. Daraus erhalten wir schließlich zusammen mit (13)
und (15) unsere gesuchte Treffzeit T (Treffzeitformel
von Hosemann):
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(17) |
Unter den Voraussetzungen des Hyperbolischen Treffers
(12) tritt das Treffereignis also stets nach
endlicher und positiver Zeit T ein.
Dank unserer Vorarbeit können wir nun die
Schielwinkelverfolgerbahn im Fall des Hyperbolischen Treffers
analytisch darstellen. Um eine möglichst einfache Darstellung der
Kurve zu erhalten, werden wir zwei
Koordinatentransformationen durchführen.
In einer ersten Koordinatentransformation verschieben wir den
Ursprung unseres dreidimensionalen Normalkoordinatensystems in den
Punkt O des Treffereignisses und lassen die x-Achse parallel zur
Nebenachse der Ellipse k[c] und die y-Achse parallel zu deren
Hauptachse verlaufen:
| | Applet: Lage der x-
beziehungsweise y-Achse. |
Die z-Achse sei weiterhin proportional zur Zeit t mit . Da der Koordinatenursprung mit dem Treffpunkt übereinstimmt,
schneidet unsere zur xy-Ebene parallele Grundebene die
z-Achse im Punkt .
In einem weiteren Schritt benötigen wir die homogenen
Koordinaten (Verhältniskoordinaten) unserer Elemente der
Fernebene . Da diese mit den homogenen Koordinaten
entsprechender Zentralrißelemente in unserer Ebene übereinstimmen, können wir sie ohne großen Aufwand angeben.
So lautet die Gleichung des Böschungsfernkreises d analog zu der
Darstellung des Distanzkreises d[c]
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(18) |
und aus den Koordinaten des Punktes W[c] erhalten wir die
homogenen Koordinaten
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(19) |
des Punktes W der Fernebene .
Die Gleichungen (18) und (19) liefern uns im folgenden
sofort die homogenen Koordinaten der (im Fall des Hyperbolischen
Treffers reellen) Berührungspunkte U und V von d mit dem
Kegel 2. Ordnung K:
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(20) |
wobei
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(21) |
Die Gleichung der Ebene OUV errechnet sich nun sofort zu
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(22) |
Zur Bestimmung des Trägerkegels K hilft uns an dieser Stelle
seine Doppelberührung mit der Ebene OUV und dem wohldefinierten
Drehkegel D mit Basis d und Spitze O weiter. Dieser Kegel D
und die Doppelebene OUV stellen uns nämlich ein ganzes
Kegelbüschel zur Verfügung, das diese Doppelberührung erfüllt.
Aus diesem Büschel müssen wir nur noch denjenigen Kegel
auswählen, dessen sämtliche Schichtenellipsen die numerische
Exzentrizität besitzen. Mathematisch formuliert
erhalten wir so
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(23) |
als Gleichung des Trägerkegels 2. Ordnung K.
Schließlich lassen sich unter Einbeziehung der
Treffzeit T
die Normalkoordinaten des Verfolgerstartpunktes P(0) mit
angeben.
Da wir wissen, daß die gesuchte Verfolgerschicksalslinie k die
Bahnkurve der
Affinitätsgruppe
ist, bietet es sich (zwecks möglichst einfacher Darstellung der
Gleichung der Verfolgerkurve) geradezu an, das Fixtetraeder OUVW
dieser Gruppe als Koordinatentetraeder zu verwenden. Mit anderen
Worten führt uns die angekündigte zweite
Koordinatentransformation auf ein schiefwinkliges
Koordinatensystem , , mit den Geraden OU,
OV, OW als Koordinatenachsen.
Unter Verwendung der homogenen Koordinaten der Punkte U, V
(20) und W (19) können wir folgende Substitutionen
zur Umrechnung der Normalkoordinaten x, y, z in die neuen
schiefwinkligen Koordinaten , , (und umgekehrt)
angeben:
Umrechnung von x, y, z in , , :
-
Umrechnung von , , in x, y, z :
-
Wir können also ohne weiteres die im Normalkoordinatensystem
erarbeiteten Ergebnisse auf die schiefwinkligen Koordinaten
übertragen:
So lautet die Gleichung unseres Böschungsfernkreises d
(18) nach Substitution in den neuen Koordinaten
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(24) |
und die des Trägerkegels K (23)
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(25) |
Schließlich könnten wir analog die schiefwinkligen Koordinaten
, , von P(0) angeben. Da wir diese im
folgenden aber nicht explizit benötigen, wollen wir uns diese
Umrechnung ersparen.
Kommen wir aber nun auf die Affinitätsgruppe zurück.
Für können wir allgemein
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(26) |
ansetzen.
Wird t-mal (t>0) auf den Verfolgerstartpunkt P(0)
angewandt, erhalten wir t als Exponenten von A, B und C.
Deshalb läßt sich die eingliedrige kontinuierliche Gruppe mit t als Parameter wie folgt darstellen:
Mit diesen Gleichungen liegt bereits die Parameterform der vom
Punkt P(0) aus durchlaufenen Bahnkurve der Gruppe vor. Wir brauchen nun nur noch die Exponenten , und
gemäß unserer Schielwinkelproblemstellung bestimmen, um
schließlich die gesuchte Gleichung der Böschungslinie k zu
erhalten.
Folgende Bedingungen muß die Bahnkurve der Affinitätsgruppe
noch erfüllen, um mit unserer Verfolgerschicksalslinie
k übereinzustimmen:
Invarianz von d oder K unter :
- Der Trägerkegel K oder der Böschungsfernkreis d müssen unter
invariant sein .
Aus den Gleichungen für d (24) beziehungsweise K
(25) wird ersichtlich, daß die Bedingung
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(27) |
an die Exponenten , und diese Forderung
gewährleistet.
Steigung der Bahnkurve von mit gegen :
- Die Steigung der Verfolgerschicksalslinie k gegen die Grundebene
beträgt bekanntlich . Dies äußert sich in der
Fernebene im Schnitt der Tangenten an k mit dem
Böschungsfernkreis d. Folglich müssen auch die Tangenten an die
Bahnkurve der Gruppe diese Eigenschaft erfüllen.
Mathematisch bedeutet dies, daß die Zuwächse , und unter der Voraussetzung (25) gemäß (24)
die Beziehung zu erfüllen haben.
Wegen gilt . Analog erhalten wir:
und . Als zweite Bedingung an die Exponenten ergibt sich
folglich:
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(28) |
Setzen wir den Exponenten , erhalten wir aus den beiden
Bedingungen (27) und (28) für die beiden anderen
Exponenten die Werte
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(29) |
Über die letztendlich richtige Vorzeichenverteilung können wir
uns im Klaren werden, wenn wir bedenken, daß die
Kollineation ,
die den Zentralriß
\end{displaymath}](img164.gif)
der Verfolgerposition

in den
Tangentenfluchtpunkt
\end{displaymath}](img166.gif)
überführt, auch den Brennpunkt

des Basiskegelschnitts k[c] in den Kreismittelpunkt
transformieren muß. Demnach gilt:
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(30) |
Schließlich führen wir noch den Parameter
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(31) |
ein und erhalten für die Verfolgerschicksalslinie k die einfache
Parameterdarstellung
Vermöge der obigen Substitution können wir nun
leicht zu den Normalkoordinaten x, y ,z zurückkehren. Die
Koordinaten x und y beschreiben offensichtlich die absolute
Verfolgerbahn k' im Fall des Hyperbolischen Trefferereignisses.
Die z-Koordinate der Parameterdarstellung kann uns nun
zusätzlich Aufschluß über den Zeitablauf der Verfolgung liefern.
Der Parameter hat Werte zwischen null und eins zu
durchlaufen. Die Grenzwerte und liefern die Verfolgerstartposition x = x0, y=y0, z = -vT
und die Treffkoordinaten x=y=z=0. Lassen wir für auch Werte größer als 1 zu, erhalten wir die
Rückwärtsverlängerung der Verfolgerbahn.
Die
relative Verfolgerbahn ks
im Zielsystem errechnet sich als Parallelprojektion der
Schicksalslinie k
wie folgt:

| Applet: Hyperbolischer Treffer ( = 40°, =
3/4): absolute ( ) und
relative ( ) Verfolgerbahn.
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