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Agatha Christie's

The Hollow

präsentiert von Marion Müller, wie schon 1997
(Many happy returns!)

 

England, Mitte der Dreißiger Jahre. Der pensionierte Militärgouverneur Sir Henry Angkatell hat sich mit seiner Frau, Lady Lucy, ein nettes kleines Landhaus namens The Hollow gekauft und genießt dort seinen Lebensabend, der nur durch die bizarren Gedankensprünge seiner stets verwirrt wirkenden Frau gestört wird. Wie so oft laden die Angkatells auch diesmal Verwandte und Freunde ein, bei ihnen das Wochenende zu verleben und sich vom Großstadtstress zu erholen.

Christian Sturm und Romina Heinrich als Henry und Lucy

 

Olga Bartuli und Christian Köhler als Lucy und Henry

 

Die jüngere Kusine Henrietta wohnt derzeit auch in The Hollow - ihr Atelier ist abgebrannt, nun darf sie ihre modernen Statuen und Büsten eben in The Hollow formen und überall im Haus Lehm und Steinstaub verteilen. Sie hat das besondere Talent, jedem zuhören zu können und jedem den Eindruck zu vermitteln, dass sie ihn versteht und mag. Der unverheiratete Familienerbe Edward kommt auch - Lucy ist glücklich, dass es ihr gelungen ist, ihn aus dem Stammsitz Ainswick endlich einmal heraus zu locken. Sie möchte ihn gerne mit Henrietta verheiraten, damit der Stammsitz auch in der Familie bleibt. Doch der schüchterne Edward, ein ehemaliger Diplomat, hat Henrietta schon mehrere erfolglose Heiratsanträge gemacht.

Oliver Sticht und Lena Schmidt als Edward und Henrietta

 

Marlene Münzel und Sergej Moor als Henrietta und Edward

 

Die jüngste Kusine Midge Harvey ist ausgesprochen selbstbewusst. Sie nimmt keine Zahlungen der Familie an, sondern ist stolz auf die einfache Herkunft ihres Vaters und ihre harte Arbeit in einem Londoner Bekleidungsgeschäft. Leider nimmt ihr Kusin Edward Angkatell, den sie sehr liebt, nicht wirklich wahr, dass sie inzwischen eine erwachsene Frau ist, die viel zu bieten hat.

Laura Busert und Romina Heinrich als Midge und Lucy

 

Christina Hertel und Olga Bartuli als Midge und Lucy

 

Und dann sind da noch die Christows aus London. John Christow ist ein erfahrener und erfolgreicher Arzt aus der Harley Street, wo alle angesagten Ärzte damals praktizierten. Er behandelt reiche neurotische Frauen, doch sein wahres Forschen gilt einer Heilmethode für die tückische Rigg's Disease. Er wirkt oft rücksichtslos, ist aber charmant. Darüber hinaus hat er ein heimliches Verhältnis mit Henrietta Angkatell.
Seine Frau Gerda ist nett, langsam und dumm. Weder merkt sie etwas von Johns Verhältnis mit Henrietta, noch hat sie vorher je eines seiner Verhältnisse bemerkt. Sie vergöttert ihren Ehemann und hält ihn für einen Heiligen. Sie hält Henrietta für ihre beste Freundin, und in der Tat hat niemand mehr Verständnis für sie als eben Henrietta.

Andreas Romeike und Katharina Lopatin als John und Gerda

 

Florian Jacob und Jacqueline Fulger als John und Gerda

 

Diese Gruppe netter Leute versammelt sich zu einem gemütlichen Wochenende auf The Hollow. Am ersten Abend platzt noch eine Hollywood-Diva, die nebenan wohnt, in die Gesellschaft, weil ihr die Streichhölzer ausgegangen sind. Zufälligerweise ist diese Veronica Craye die ehemalige Verlobte von John Christow, der sie zehn Jahre nicht gesehen hat. Sie lädt ihn zu sich nach Hause ein.

Olga Schweizer als Veronica

 

Kira Sesselmann als Veronica mit Florian Jacob als John

 

In dieser an Spannungen reichen Atmosphäre passiert am nächsten Morgen ein Mord - und das gerade, als ein weiterer Gast zum Lunch eingetroffen ist: Chief Inspector Craddock von Scotland Yard. Er muss nun zusammen mit Sergeant Penny herausfinden, was Lüge und was Wahrheit ist. Keine leichte Aufgabe.

Sascha Müller, Sandra Götz und Emanuel Kästle als Penny, Doris und Craddock

 

Christian Sturm, Andreas Zahn, Anne Eisenhuth und Nick Hagemann als Henry, Craddock, Penny (weiblich) und der Butler Gudgeon

 

Gerda (Katharina Lopatin) findet den im Sterben liegenden John (Andreas Romeike), hier beim Gastspiel in Fürth. Dummerweise hebt sie die Tatwaffe auf, auf der dann ihre Fingerabdrücke sind. Aber war sie auch die Täterin?

 

Agatha Christie hat zwei Fassungen von The Hollow produziert - erst eine Romanfassung, dann eine Bühnenfassung, um noch mehr Geld aus einer guten Geschichte zu machen. The fringe hat sich1996/97 nur am Bühnenwerk orientiert. 2005/2006 haben wir uns die Romanvorlage genau angesehen und berücksichtigt. Mit vier Aufführungen im Kleinen Haus, je einem Gastspiel in Nürnberg am Willstätter Gymnasium und in Fürth am Helene-Lange-Gymnasium, und der Teilnahme an den Ersten Bayreuther Schultheatertagen gelang der Gruppe ein neuer Besucherrekord von über 1.400 Zuschauern. Besonderer Dank geht dabei an das Möbelhaus Becher, ohne dessen logistische Hilfe die Bühnenbildtransporte niemals möglich gewesen wären, die Ehemaligen Nadine Friedrich und May Brümmer, die beim Schminken und Frisieren halfen, Herrn Metzner von der Deutsch-Englischen Gesellschaft, der uns half, den britischen Generalkonsul nach Bayreuth zu bringen, Andreas Romeike und Emanuel Kästle, die unter Anleitung von Herrn Schöffel Statuen und Gemälde für das Stück fertigten, und Frau Dr. Scholz, die ein paar Kostüme nähte, ohne die das Stück nicht den optischen Eindruck gemacht hätte, den es gemacht hat.

links: Andreas Romeike mit der Statue des Worshipper nach dem Plakat von Marion Müller von 1997; rechts: das Gemälde des Landsitzes Ainswick, das Emanuel Kästle eigens für das Stück malte

 

Der Worshipper im Einsatz auf der Bühne zwischen Andreas Romeike und Lena Schmidt; im Hintergrund das Gemälde von Ainswick

 

Ein Blick auf das Gesamtbühnenbild, für das Lena Schmidt verantwortlich zeichnete; hier eine Szene mit Florian Jacob als John und Marlene Münzel als Henrietta; die Sofas und der Glastisch stellte das Möbelhaus Becher in Bayreuth zur Verfügung.

 

Einige der Kostüme, die Frau Scholz für das Stück anfertigte:

Midge Harvey musste ein schlichtes Kleid bekommen, in dem sie unscheinbar und geradezu unattraktiv wirken sollte, aber auch ein Kleid, das den genauen Gegensatz dazu bilden sollte:

 

Für die Hollywood-Diva Veronica Craye musste ein modisch in die Zeit passendes, atemberaubendes Abendkleid kreiert werden - nach einem Schnitt aus dem Dreißiger Jahren ...

 

Und schließlich brauchte die Künstlerin Henrietta Angkatell ein Abendkleid (nach einem Vogue-Schnitt), mit dem sie, wenn sie quer über die Bühne ging, die Augen aller und den Hass der Hollywood-Diva auf sich ziehen würde ...

 

Ein besonderer Moment am Ende der Premiere war der Auftritt des britischen Generalkonsuls Steve Plater, der die Schirmherrschaft übernommen hatte und eine kleine Ansprache hielt, in der er der Gruppe zu ihrem Erfolg gratulierte und noch viele weitere Produktionen wünschte. Danach bedankte sich noch Herr Metzner im Namen der Deutsch-Englischen Gesellschaft Bayreuth und überreichte der Gruppe bereits zum dritten Mal in ihrer Geschichte eine großzügige Spende.

Generalkonsul Steve Plater bei seiner Ansprache im Kreise der Schauspieler

 

Herr Metzner von der Deutsch-Englischen Gesellschaft bei seiner Dank-Adresse

 

Das Stück wurde ein Erfolg und es machte Spaß, mit all diesen Schauspielerinnen und Schauspielern zu arbeiten. Ich danke allen, die diesen Erfolg möglich machten.

Hans-Dieter Scholz

 

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