Seit 1993 leite ich die Orff-Gruppe an unserer
Schule. Bisher haben sich durchschnittlich etwa 12 Schüler und Schülerinnen
aus den dritten und vierten Klassen pro Schuljahr beteiligt, meist sind
es mehr Buben. Diese Anzahl hat sich recht gut bewährt, weil ich als
Lehrer einigermaßen gut auf jeden Schüler eingehen kann und
bei 10-12 Musikern insgesamt schon ein recht voller Klangkörper entsteht.
Wir spielen auf dem gebräuchlichen Instrumentarium wie Xylofon, Metallofon,
Glockenspiel und verschiedenen Percussionsinstrumenten. Normalerweise präsentieren
wir in der Vorweihnachtszeit und im Frühjahr unseren Mitschülern,
Eltern und Lehrern ein kleines musikalisches Programm. Bisher haben wir
das immer in Zusammenarbeit mit dem Chor, der Flötengruppe und der
Theatergruppe gemacht, so dass schon viele bunte und kurzweilige Vorführungen
entstanden sind. Im Moment bereiten wir uns auf das Theaterstück "DIE
SCHULMÄUSE" vor. Wenn alles klappt, werden wir das auch bei der
Schulhauseinweihung im Sommer 1998 zeigen.
Wie lernen die Kinder auf den
Orff-Instrumenten spielen?
Zu Beginn des Schuljahres steht das Kennenlernen
der Instrumente im Vordergrund. Beim Erfinden von Klanggeschichten und
Klangrätseln werden Berührungsängste abgebaut und spielerisch
die Möglichkeiten der Instrumente ausprobiert.
Beim Spielen auf den Körperinstrumenten (klatschen,
patschen, schnalzen usw.) lernen und üben wir verschiedene Rhythmen,
die dann auf die Instrumente übertragen werden. Daraus entwickeln
sich einfache Bordunbegleitungen zu Kindermelodien.
Im nächsten Schritt lernen die Kinder die
Rhythmensilben (nach Zoltan Kodaly) kennen. Die Notenwertewerden dabei
als Sprechsilben dargestellt: Die Vierschlagnote heißt "ta-ja-ja-ja",
die Zweischlagnote "ta-ja", die Einschlagnote "ta",
usw. Mit diesem System lernen die Kinder sehr schnell rhythmische Strukturen
zu spielen und vom Blatt zu lesen. Das gilt dann auch für Melodien
und Begleitsätze, die ich nicht in den üblichen 5 Notenlinien,
sondern auf nur einer Linie mit daruntergeschriebenen Tonhöhen notiere.
Eine Partitur für ein Musikstück sieht
bei uns dann so aus (hier sind die ersten acht Takte für die Melodie
des "SCHULMÄUSEBOOGIES"):
Zum Anhören des Boogies bitte auf
das Notenbild klicken!!
Das Erstellen von Partituren nach diesem Muster
ist natürlich recht zeitaufwendig. Ich würde mich sehr freuen,
andere Lehrer kennen zu lernen, die auch so arbeiten und die zu einem Austausch
bereit wären.
Roland Volk, Lehrer