Die Computer - "Lernwerkstatt" der Grundschule
Pegnitz
Hardwareausstattung
Die Grundschule Pegnitz verfügt seit dem Beginn des Schuljahres
1998/99 über einen komplett vernetzten Computerraum mit folgender
Ausstattung:
13 PCs im Netzwerk, 1 FarbTintenstrahldrucker, 1 Scanner und 1 Beamer.
Bei den 12 Schüler - PCs handelt es sich um Pentium II MMX mit 266 MHZ, 32 MB RAM, 4.3 GB - Festplatte, Soundkarte, 15 Zoll Monitor, Disketten-
u. CD- Laufwerk sowie Kopfhörer. Der Lehrer - PC ist ein Pentium II
MMX mit 300 MHZ, 64 MB RAM, 4.3 GB - Festplatte, Soundkarte, 17 Zoll Monitor,
Disketten- u. CD- Laufwerk sowie Lautsprecher.
Alle Rechner sind mit einem "HDD-Sheriff"
ausgestattet. Dieses Zusatzmodul verhindert Manipulationen am System, da
es bei jedem Computer eine definierte Partion der Festplatte (auf der sich
alle Systeminformationen befinden) beim Neustart automatisch wieder in
den ursprünglich eingestellten Zustand rückversetzt. Dauerhafte
Systemänderungen oder Programminstallationen in diesem Teil der Festplatte
können nur mit Kenntnis eines bestimmten Passwortes durchgeführt
werden. Das System wird durch zwei Lehrkräfte betreut, die sich um
die Installation der Programme usw. kümmern.
Softwareausstattung
Seit 1997 wird die Grundschule Pegnitz durch die Initiative "Schulen
ans Netz" als Projektschule gefördert. Als Teil dieser Fördermaßnahme
wurde die Schule mit einem umfangreichen Softwarepaket der Firma Microsoft
in kostenloser Schullizenz ausgestattet. Darunter befinden sich u.a. folgende
Programme: "Junior Schreibstudio" - Textverarbeitung für
Kinder und "Junior Malbox" - Grafikprogramm für Kinder.
Als kommerzielles Lernsoftwarepaket wurde das "BUDENBERG"
- Grundschulpaket mit 35 Lernprogrammen gekauft. Ergänzt wird das
Angebot durch die "TRAEGER"
- Programmpakete "Uniwort", "Wortbaustelle" und "Wahrnehmungstraining".
Zusätzlich installiert wurde die komplette "CD-ROM
für die Förderschulen in Oberfranken, 1998" von Norbert
Römer mit einer umfangreichen Free- u. Sharewaresammlung. Für
das "Surfen" im Intranet wurden die Internetseiten der o.g. Norbert
Römer CD sowie die "Internet Floh CD-ROM" aus dem Domino
Verlag auf dem Lehrer-PC gespeichert und sind über das Netzwerk
jedem Schüler zugänglich. Die Internetseiten werden durch eigene
"Surf-Ergebnisse" ergänzt.
Belegungsplan
Als größte Grundschule im Schulamtsbezirk Bayreuth-Land weist
Pegnitz eine sechszügige Klassenführung auf. Die regelmäßige
Nutzung des Computerraums ist derzeit für alle 3. und 4. Klassen vorgesehen,
zusammen sind das also 12 Klassen. Der Computerraum wird pro Klasse zu
je zwei Wochenstunden genutzt, daraus ergeben sich pro Woche insgesamt
24 Belegungsstunden. Die Belegung erfolgt stundenplanmäßig im
differenzierenden Unterricht, wobei dafür jeweils eine Stunde Mathematik
und eine Stunde FU vorgesehen ist. Da abwechselnd immer nur eine Hälfte
der Klasse in den Computerraum geht, arbeiten während einer Schulstunde
maximal 15 Kinder in der "Lernwerkstatt". Jeder Schüler
bekommt durch dieses System die Möglichkeit, pro Woche eine Schulstunde
in Partnerarbeit oder allein am Computer zu arbeiten, zu lernen oder manchmal
auch "nur" zu spielen.
Inhaltliche Gestaltung
Der "Unterricht" in der Computer-"Lernwerkstatt"
wird derzeit von 5 Lehrkräften in Absprache untereinander und mit
den betreffenden Klassenlehrern inhaltlich gestaltet und durchgeführt.
Neben dem gezielten Einsatz im fachlichen Bereich (z.B. Lese- und Rechtschreibtraining,
Rechenübungen usw.) wird die "Lernwerkstatt" auch für
viele fächerübergreifende Aktivitäten (z.B. Gestaltung von
Arbeitsmitteln, Grußkarten usw.) genutzt. Wie die konkrete Arbeit
mit dem Computer in jeder einzelnen "Unterrichtsstunde" dann
verläuft, hängt neben den fachlichen oder fächerübergreifenden
Lernzielen natürlich auch von dem jeweils gewählten Einsatzschwerpunkt
des Mediums Computer ab: als Informations- und Kommunikationsmedium, als
Arbeitsmittel, als Lernmittel, als Unterhaltungsmedium
Computer als Informations- und Kommunikationsmedium
Hierzu werden multimediale CD-ROMs wie z.B.
"Löwenzahn" oder "Janosh - Tiger und Bär im Straßenverkehr"
eingesetzt. Die Schüler erhalten dazu z.B. Arbeitsaufträge, die
sie mit Hilfe der Programme bearbeiten sollen.
Seit Anfang 1998 präsentiert sich die Grundschule Pegnitz mit einer
eigenen "Homepage" im Internet (http://did.mat.uni-bayreuth.de/~gspeg/)
Einige Seiten der "Homepage" sind speziell von Schülern
(mit-) gestaltet oder berichten über Aktionen oder Aktivitäten
von Klassen, musischen Arbeitsgruppen oder einzelnen Schülern. Die
Arbeit am Ausbau der schuleigenen "Homepage" soll in Zukunft
verstärkt durch Schüler selbst in der "Lernwerkstatt"
z.B. mit dem Programm "Frontpage" vorgenommen werden. Der freie
oder gezielte Besuch von fremden Internetseiten (im Intranet der "Lernwerkstatt")
gehört ebenfalls zum Bestandteil der Arbeit im Computerraum.
Computer als Arbeitsmittel
Zur Text- und Bildverarbeitung werden vorwiegend die bereits genannten
Programme "Junior Schreibstudio" und "Junior Malbox"
verwendet. Diese Programme vereinigen unter einer kindgemäß
gestalteten Benutzeroberfläche viele Möglichkeiten der Text-
u. Bildverarbeitung, die üblicherweise in Programmen für Erwachsene
zu finden sind. Jedes Kind hat zusätzlich eine Arbeitsmappe zum Abheften
von Arbeitsblättern, eigenen Ausdrucken usw. sowie eine Diskette zum
Abspeichern eigener Arbeiten.
Beispiel für kreatives Schreiben mit dem PC: "Gestalten von
Anagrammen" S usi T rinkt E ine P ortion H eiße
A nanas N ie Von Stephanie, Klasse 3f
Beispiel für das Erstellen von Arbeitsmaterialien: "Memorykarten"
Jeder Schüler stellt mit der "Malbox" ein identisches Kartenpaar
(durch duplizieren) her, so dass für die Freiarbeit im Klassenzimmer
ein komplettes Memoryspiel gebastelt werden kann.
Computer als Lernmittel
Jeder Computer in der "Lernwerkstatt" ist mit dem "BUDENBERG"
- Grundschulpaket ausgestattet. Damit stehen 35 Lernprogramme zu den Fachbereichen
Deutsch, Mathematik und HSK zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot
durch die "TRAEGER"
- Programmpakete "Uniwort", "Wortbaustelle" und "Wahrnehmungstraining".
Dazu kommt eine umfangreiche Sammlung von Free- u. Sharewareprogramme aus
dem Fundus der Lehrkräfte und besonders von der "CD-ROM
für die Förderschulen in Oberfranken, 1998" von Norbert
Römer. Je nach Art des Programms arbeiten die Kinder damit in Einzelarbeit
in Partnerarbeit im Stationentraining. Gute Lernprogramme bieten die Möglichkeit
des Protokollausdrucks, bzw. zeigen eine Leistungsbilanz des Schülers
an, was neben der persönlichen Leistungskontrolle für den Schüler
selbst u.a. auch für die Erstellung von (mündlichen) Zensuren
genutzt werden kann.
Computer als Unterhaltungsmedium
Der Markt für den Unterhaltungssektor gerade im Bereich der PC
- Spiele boomt. Warum sollten also Computerspiele, die vorwiegend zur Unterhaltung
und zur Freizeitgestaltung bestimmt sind aus der Lernwerkstatt ausgeschlossen
werden? (Stichwort: Medienerziehung!) Außerdem sind viele Computerspiele
dazu geeignet, den Umgang mit Tastatur, Maus sowie die Konzentrationsfähigkeit
und Geduld der Schüler zu trainieren. Dazu eignen sich bereits die
unter Windows enthaltenen Spiele wie "Freecell", "Minesweeper",
"Hearts" und "Solitaire" sowie viele andere Free- u.
Sharewarespiele wie "Bogenschießen" usw. Ein Computerspiel
als Turnierspiel in der Lerngruppe mit anschließender Punkteauswertung
(Rechnen!) kann durchaus lohnenswertes "Stundenthema" der "Lernwerkstatt"
sein. Nicht unterschätzt werden sollte auch die hohe Motivationskraft
eines Spieles als "Belohnung" am Ende einer echten "Arbeitssitzung"
im Computerraum (...erst die Arbeit, dann das Vergnügen!).