Universität
Bayreuth
Wintersemester 1998/99
Lehrstuhl Didaktik Mathemaitk
Didaktisches Seminar
Leitung: Dr. W. Neidhardt
Verfasserin: Monika
Hörl
Bruchrechnen
in der Hauptschule
Inhalt:
I.
Begründung der Behandlung von Bruchzahlen
II.
Brüche im Lehrplan
III. Konzepte
zur Behandlung der Bruchrechnung nach Padberg
1.
Äquivalenzklassenkonzept
2.
Gleichungskonzept
3. Größenkonzept
4.
Operatorkonzept
IV. Bruchrechnen
1.
Addition und Subtraktion von Brüchen
2. Multiplikation
von Brüchen
3. Division von
Brüchen
4. Zusammenfassung
V. Freiarbeit
VI. Literaturangaben
I. Begründung der
Behandlung von Bruchzahlen
Wie Padberg in seiner "Didaktik der Bruchrechnung" feststellt, wird in
die Behandlung der Brüche sehr viel Unterrichtszeit investiert. Daher
ist die Frage, ob dies gerechtfertigt sei, naheliegend. Im folgenden werden
Argumente für die Notwendigkeit der Behandlung von gemeinen Brüchen
aufgezeigt, nach dem Nutzen für das tägliche Leben und der innerschulmathematischen
Notwendigkeit unterteilt.
Zur Lösung praktischer Probleme des täglichen Lebens ist
die Behandlung der Bruchzahlen unerläßlich. Für genaue
Messungen reichen vielfach die natürlichen Zahlen nicht aus, so daß
Bruchzahlen benötigt werden. Sie sind wichtig bei der Bestimmung von
Längen, Flächeninhalten, Volumina, Geldwerten, Zeitspannen, Gewichten
und zur knappen Beschreibung von Bruchteilen von Größen (Bsp.:
Der vierte Teil einer 5m langen Strecke).
Auch aus innermathematischen Gründen ist die Behandlung von Bruchzahlen
notwendig. Es wird der Zahlbereich der Schüler erweitert und die Division
ist uneingeschränkt möglich.
Für wichtige Gebiete des Mathematikunterrichts - Prozent-, Zins-
und Verhältnisrechnung - werden die Bruchzahlen benötigt.
Kenntnisse aus der Bruchrechnung sind weiterhin notwendig für
Äquivalenzumformungen von Gleichungen, Termumformungen und den Umgang
mit der Formelsammlung.
II. Brüche im Lehrplan
Jahrgangsstufe 5
5.4. Brüche
"Die Schüler sollen gebräuchliche Brüche z.B. durch
Falten, Legen, Zerlegen, Zeichnen darstellen und mit entsprechenden Größenbezeichnungen
benennen. Auch beim Rechnen mit konkreten (benannten) Brüchen können
sie sich auf handlungsbezogene und zeichnerische Erfahrungen stützen.
Ausgehend von konkreten Zehnerbrüchen lernen sie die Dezimalbruchschreibweise
verstehen.
-
konkrete Brüche
-
gleichnamig konkrete Brüche addieren und subtrahieren
-
konkrete Dezimalbrüche
-
konkrete Dezimalbrüche addieren und subtrahieren"
Jahrgangsstufe 6
6.1 Bruchzahlen
"Die Schüler sollen durch konkretes Handeln, zeichnerisches Darstellen
und unter Einbeziehung verschiedener Modelle zu einem vertieften Verständnis
der Bruchzahlen gelangen. Ausgehend vom Umgang mit gleichnamigen Brüchen
lernen sie das Addieren und Subtrahieren ungleichnamiger Brüche. Indem
sie geeignete Aufgaben mit Hilfe von Modellen lösen und Brüche
als Operatoren auffassen, wird ihnen das Multiplizieren und Dividieren
von Bruchzahlen verständlich. Wenige, hilfreiche Reglen können
ihnen das Rechnen erleichtern. Die Schüler lösen einfache Aufgaben
(geeignetes Zahlenmaterial) und achten dabei auf eine übersichtliche
Schreibweise sowie vorteilhaftes Kürzen.
-
Bruchzahlbegriff
-
Fachbegriffe: Zähler, Nenner, echter und unechter Bruch, gemischte
Zahl
-
Darstellen am Zahlenstrahl; Ordnen von Bruchzahlen
-
Erweitern und Kürzen
-
Bruchzahlen addieren und subtrahieren
-
Bruchzahlen multiplizieren und dividieren"
6.2. Dezimalbrüche
"Die Schüler sollen lernen, Dezimalbrüche als Stellenschreibweise
von Bruchzahlen aufzufassen, zu ordenen und zu runden. Sie vergleichen
dabei die Darstellung in Dezimalbrüchen und gewöhnlichen Brüchen.
Beim Addieren und Subtrahieren wenden sie bisheriges Können an
und gewinnen zunehmend Sicherheit. Bei der Multiplikation und Division
nehmen die Schüler die Kommasetzung begründet vor. Dabei sollen
sie einfache Aufgaben auch mündlich oder halbschrftlich lösen
können.
-
dezimale Schreibweise von Bruchzahlen; Runden
-
Ordnen von Bruchzahlen in Dezimalschreibweise
-
Dezimalbrüche addieren und subtrahieren
-
Dezimalbrüche multiplizieren und dividieren (auch durch Dezimalbruch)"
Jahrgangsstufe 7
7.1 Taschenrechner, Dezimalbrüche, Prozentrechnung
"Beim Rechnen mit Brüchen und Dezimalbrüchen erfassen die
Schüler die Vorzüge der Schreibweise mit Dezimalstellen. Sie
erkennen durch das Beschreiben und Vergleichen von Anteilen mittels Brüchen
die Notwendigkeit eines normierten Vergleichsbruchs (Hundertstel). Anschauliche
Darstellungen sowie vielfältige, alltagstypische Aufgaben helfen den
Schülern, den Prozentbegriff zu verstehen."
-
Umrechnugn von Brüchen in Dezimalbrüche und umgekehrt; nicht
abbrechende Dezimalbrüche; Näherungswerte
-
Rechnen mit Dezimalbrüchen
Jahrgangsstufe 8
8.2 Rationale Zahlen
"Die Schüler lernen neben den bisher bekannten Zahlbereichen auch
die nagativen rationalen Zahlen kennen. Ausgehend von realitätsnahen
Situationen gewinnen sie durch Übertragen der Erfahrungen mit ganzen
Zahelen sowie durch veranschaulichende Arbeit an der Zahlengeraden notwendige
Einsichten. Sie sollen die Rechenregeln verstehen und anwenden.
-
Rationale Zahlen
-
Arbeit an der Zahlengeraden
-
Grundrechenarten mit Rechenregeln"
Bei der Behandlung von Prozent- und Promillerechnung und Gleichungen finden
Brüche ebenso Anwendung.
Jahrgangsstufe 9
9.2 Rationale Zahlen, Potenzen und Wurzeln
"Die Beherrschung der Rechenregeln für Grundrechenarten im Bereich
der rationalen Zahlen ermöglicht den Schülern einen sicheren
Umgang mit Formeln und Gleichungen."
-
Grundrechenarten im Bereich der rationalen Zahlen (Dezimalbruchdarstellung)
III. Konzepte zur Behandlung der Bruchrechnung
nach Padberg
1. Das Äquvalenzklassenkonzept
In der Menge der geordneten Paare (a,b) natürlicher Zahlen definiert
man eine Relation "~" durch
(a,b) ~ (b,c) <=> a*b = b*c
Diese Relation "~" ist reflexiv (a R a),
symmetrisch (a R a => b R a) und
transitiv (a R b und b R c => a R c), also eine Äquivalenzrelation.
In der Menge der geordneten Paare natürlicher Zahlen bewirkt sie
daher eine Klasseneinteilung.
Die Äquivalenzklasse, in der beispielsweise (3,4) liegt, wird
mit 3/4 bezeichnet.
Bei diesem Konzept ist also die Bruchzahl
3/4 die Äquivalenzklasse
3/4 = {(a,b) / a,b Element von N und 3*b = 4*a}
und allgemein die Bruchzahl m/n die Äquivalenzklasse
m/n = {(a,b) / a,b Element von N und m*b = n*a}.
Schreibt man die Bruchzahl 3/4 in aufzählender
Mengenschreibweise, so erhält man:
3/4 = {(3,4), (6,8), (9,12), (12,16),....}
Bruchzahlen wie 6/8 oder 12/16 sind Repräsentanten
der Äquivalenzklasse 3/4.
Eine Addition und Multiplikation zwischen den
Äquivalenzklassen (Bruchzahlen) erfolgt durch folgende Festsetzung:
(m,n) * (p,q) = (m*n, n*q) bzw. (m,n) +
(p,q) = (m*q + n*p, nq)
Damit dies eine sinnvolle Definition ist, muß zuerst noch nachgewiesen
werden, daß die so definierte Addition und Multiplikation unabhängig
ist von den gewählten Repräsentanten. Der Beweis wird an dieser
Stelle weggelassen.
Dieser Weg der Einführung wird in der Hochschulmathematik verwendet,
da er den Vorteil bietet, daß man nur auf die ganzen Zahlen und ihre
Rechengesetze zurückgreifen muß.
Nachteile dieses Wegs sind einerseits, daß eine anschauliche
Vorstellung von den Bruchzahlen und von den Verknüpfungen den Schülern
kaum zu vermitteln sind. Andererseits erfolgen die Definition der Bruchzahlen
wie auch die Rechenoperationen für die Schüler völlig unmotiviert
und rein formal. Die Einführung der Addition und Multiplikation erfolgt
anwendungsfern.
"Obwohl dieser Ansatz mathematisch einwandfrei, hat er sich in der
Schulpraxis nicht durchgesetzt." (Bigalke in Padberg, S. 29).
2. Das Gleichungskonzept
Die Bruchzahl m/n wird als Lösung der Divisionsaufgabe m : n eingeführt.
Unter der Bruchzahl m/n versteht man die Lösung der linearen
Gleichung n * x = m.
Das Erweitern und Kürzen kann man mit diesem Schema gut einführen.
3/4, 6/8, 15/20 benennen dieselbe Bruchzahl, da man die zugehörigen
Gleichungen 8x = 6 und 20x = 15 aus der Gleichung 4x = 3 durch Multiplikation
beider Seiten mit 2 bzw. 5 erhält.
Die Addition zweier Zahlen x und y führt Freudenthal, ein Befürworter
dieses Ansatzes folgendermaßen ein: Die Zahl 7/3 wird mit x und die
Zahl 3/5 wird mit y benannt.
7/3 + 3/5 = ?
I: 3x = 7,
II: 5y = 3
Finden der Gleichung x + y
Erweitern der Gleicung I mit dem Faktor 5 und der Gleichung II mit
dem Faktor 3:
I: 15x = 35
II: 15y = 9
=> 15(x + y) = 44
=> x + y = 44/15
==> 7/3 + 3/5 = 44/15
Die Multiplikation zweier Zahlen wird ähnlich eingeführt:
Definitionsgleichungen: 3x = 7 und 5y = 3
=> 15xy = 21
=> xy = 21/15
==>
Auch dieses Konzept besitzt einige Nachteile, weshalb es in der Hauptschule
zur Einführung der Bruchrechenoperationen nicht verwendet wird: Bei
diesem Weg sind Kenntnisse aus der Gleichungslehre erforderlich, über
die die Schüler in der 5. und 6. Jahrgangsstufe noch nicht verfügen.
Außerdem ist dieser Weg wiederum sehr formal, was auch Vertreter
dieses Konzepts einräumen. Die Einführung der Division bereitet
bei diesem Ansatz Schwierigkeiten, und eine Anwendung der Bruchzahlen als
Maßzahlen von Größen ist bei diesem Ansatz nur schwer
erklärbar.
3. Das Größenkonzept
Bei diesem Konzept geht man von konkreten Brüchen wie 1/8kg, 1/2
Stunde oder 3/4 km aus, die den Schülern aus dem täglichen Leben
vertraut sind. Durch Abstraktion gelangt man dann zu einer festen Bezugsgröße,
genannt "das Ganze" oder die "Einheit E" schlechthin. Die Bruchzahl m/n
ist also hierbei eine Größe, nämlich die Größe
m/n E.
Dieses Konzept bietet den Vorteil der Nähe zu vielen Anwendungen
der Bruchzahlen im Alltag und damit gute Rückgriffsmöglichkeiten
auf Vorkenntnisse der Schüler. Gut einführen lassen sich mit
diesem Konzept das Erweitern und Kürzen, das Addieren und Subtrahieren
sowie Sonderfälle der Multiplikation und Division. Allerdings können
die Multiplikation und Division kaum mehr generell nach diesem Konzept
einführen. Es werden also auch hier Grenzen des Konzepts sichtbar.
4. Das Operatorkonzept
Bei der reinsten Form des Operatorkonzepts werden Bruchzahlen und Bruchoperatoren
identifiziert. Bei einer zweiten Variante kann man auch die bruchoperatoren
als ein Modell für die Bruchzahlen auffassen und die Bruchzahlen hieraus
durch Abstraktion gewinnen. Man kann die Bruchoperatoren auch nicht mehr
isoliert sondern im Zusammenhang mit den Größen, auf die sie
wirken sehen (Variante 3).
Der Ansatz des Operatorkonzepts, Bruchzahlen als Operatoren aufzufassen,
scheint dabei auf den ersten Blick recht abwegig zu sein. Jedoch finden
sich im Alltag übliche Sprechweisen wie "2/3 von 6kg sind 4kg". Dies
kann man auch so deuten, daß durch "2/3 von" der Größe
6kg die Größe 4kg zugeordnet wird. In diesem Sinne kan man die
Bruchzahl 2/3 als Funktion oder wie in der Schule üblich als Operator
auffassen, der den Größen g die Größe 2/3 von g zuordnet.
Für den Einsatz im Unterricht ist es wichtig die Funktionen zu
konkretisieren, etwa mit Hilfe von Maschinen. So kann sich der Schüler
eine Maschine mit der Eingabe x und der Ausgabe 3/4 x leichter vorstellen
als eine Funktion x -> 3/4 x. Das die Maschine nur als ein schwarzer Kasten
gesehen wird (black box) spielt nach Griesel (vgl. Padberg, S. 32) keine
entscheidende Rolle.
Das Operatorkonzept im Sinne von Variante 2 beginnt mit Multiplikations-
und Divisionsoperatoren. Mathematisch gesehen ist ein Multiplikationsoperator
(*n) jeweils eine Abbildung eines Größenbereiches in sich, bei
der jeder Größe a aus G die Größe a*n aus G zugeordnet
wird, also:
G --> G mit a --> a*n
Divisionsoperator (:n): G --> G mit a --> a : n
Die Konkretisierung der Multiplikationsoperatoren erfolgt im Unterricht
durch Maschinen, die z.B. jeden eingegebenen Stab auf die n-fache Länge
kontinuierlich strecken oder für jeden Stab aus ihrem Vorrat n gleichlange
Stäbe zu einem neuen Stab n-facher Länge zusammensetzen. Die
Konkretisierung des Divisionsoperators erfolgt durch die Vorstellung, daß
die Maschinde den eingegebenen Stab in n gleichlange Stäbe zerlegt
und davon einen Teilstab ausgibt.
Durch Hintereinanderschalten von Maschinen läßt sich eine
Verkettung von Multiplikationsoperatoren und auch eine Verkettung von Divisionsoperatoren
einführen. Das Ergebnis ist wiederum ein Multiplikations- bzw Divisionsoperator.
Für die Verkettung von Multiplikations- und Divisionsoperatoren
gilt:
(*m) ° ( : n) = ( : n) ° (*n)
Der Bruchoperator (* m/n) kann jetzt definiert werden durch (* m/n)
= (*m) ° ( : n).
Wendet man einen Bruchoperator auf eine Größe g an, so gilt:
(* m/n) (g) = (g : n) *m und auch (* m/n) (g) = (g * m) : n
Im Anschluß an die Behandlung der Bruchoperatoren erfolgt die
Behandlung von Gegenoperatoren, dh, von Operatoren, die die Wirkung der
ursprünglichen Operatoren aufheben. So findet man zum Bruchoperator
(* m/n) den Gegenoperator (* n/m).
Auch das Operatormodell weist einige Nachteile auf:
Als Problem kann sich bei diesem Konzept erweisen, daß die Mutliplikation
und Division von Brüchen vor der Addition und Subtraktion eingeführt
werden. Bei der Abfolge Multiplikation und dann Addition, wie es bei Variante
2 üblich ist, gibt es einige Nachteile, die später noch eingehender
erläutert werden. Zu Beginn des Bruchrechenlehrgangs erfolgt bei dem
Operatormodell keine Anknüpfung an die Vorerfahrung der Schüler
mit Brüchen.
Die Behandlung des Erweiterns und des Kürzens durch das Einschieben
bzw. Herausnehmen wirkungsloser Operatorpaare wird den Schülern keine
anschauliche Vorstellung vermittelt, warum zwei gegebene Brüche
gleichwertig sind.
Beim Operatorkonzept ist die Gefahr groß, daß man für
die Bruchrechnung mehr Zeit investiert als sonst üblich. Nach Lörcher
übt und erklärt man in der 6. Jahrgangsstufe durchschnittlich
8 Stunden lang Operatoren um danach fast genau so viel Zeit für die
Bruchrechnugn zu benötigen wie Klassen, die sie ohne Operatoren kennenlernen.
Ein erhöhter Zeitaufwand ist dann gerechtfertigt, wenn hieraus
größere Erfolge in der Behandlung der Bruchrechnung resultieren.
Doch dies ist nach einer umfangreichen Untersuchung Padbergs nicht der
Fall.
IV. Bruchrechnen
Nach Aebli (1988) entwickelt sich das beziehungsvolle Verständnis
für eine Rechenoperation in vier Stufen:
-
Durch handelndes Umgehen mit konkret-anschaulichem Material
-
Durch bildliche Darstellungen der Operation
-
Durch ihrer Darstellung mit Hilfe von Zeichen und Symbolen
-
Verinnerlichung der Operation durch Übung und Automatisierung ihrer
Anwendung
1. Addition
und Subtraktion
1.1 Einführung
1.1.1 Addition und Subtraktion gleichnamiger Brüche
Die Einführung der Addition und Subtraktion gleichnamiger Brücher
erfolgt bereits in der 5. Jahrgangsstufe. Bevor mit Bruchzahlen gearbeitet
wird, beschäftigen sich die Schüler mit konkretem Dazulegen und
Wegnehmen von Bruchteilen, d.h. statt mit der Addition von Bruchzahlen
beschäftigt man sich erst mit der Addition von Größen.
Es wird zum Beispiel am Kreis (Pizza/Torte), am Rechteck (Schokolade),
am Zahlenstrahl oder mit Flüssigkeiten gearbeitet.
-
So läßt sich die Addition von 2 Längen 1/5 m + 2/5 m auf
der Repräsentantenebene leicht realisieren. Die Schüler legen
zwei Strecken oder Stäbe entsprechender Länge aneinander. Die
Gesamtlänge der beiden Stäbe liefert dann die gesuchte Summe:
Solche Aufgabentypen können auch zeichnerisch dargestellt werden.
-
Eine andere Möglichkeit der leichten Veranschaulichungsmöglichkeit
bildet die Addition von Flächeninhalten, wie zum Beispiel 1/5 dm^2
und 2/5 dm^2, wenn man Repräsentanten dieser Flächeninhalte zusammenfaßt:

-
Zur Addition bzw. Subtraktion gleichnamiger Brüche, bei denen die
Bezugsgröße nicht mehr " ein Ganzes" wie 1m oder 1 dm^2 ist,
eignet sich folgende Aufgabe:
(Quelle: Schulbuch: Lernstufen Mathematik 5, Cornelson
Verlag)
Die Lösung erfolgt
durch Arbeiten mit Pappkreisen: 5/8 Torte + 2/8 Torte = 7/8 Torte
-
Weiterhin sollen dargestellte Operationen erkannt und später auch
selbst gezeichnet werden:

-
Rechnerische Operationen:

Der Schritt von der Göße zur Bruchzahl ist in diesem Fall
- Größenkonzept - unproblematisch, da nur die Größeneinheiten
weggelassen werden müssen.
Mit den Schülern können nun folgende Rechenregeln formuliert
werden:
Addition von gleichnamigen Brüchen:
Bruchteile mit gleichem Nenner werden addiert, indem man die Zähler
addiert.
Beispiel: 1/5 + 3/5 = 4/5 |
Subtraktion von gleichnamigen Brüchen:
Bruchteile mit gleichem Nenner werden subtrahiert, indem man die Zähler
subtrahiert.
Beispiel: 4/5 - 3/5 = 1/5 |
1.1.2. Addition und Subtraktion ungleichnamiger Brüche
Das konkrete Dazulegen und Wegnehmen ungleichnamiger Brüche innerhalb
der Bruchfamilie (Kreis...) führt zur Notwendigkeit, den gleichnamigen
Nenner zu suchen.
Beispiel
Uli und sein Freund Peter essen zusammen eine rechteckige Pizza. Uli
ißt 1/4 Pizza, Peter 3/8 Pizza. Wieviel Pizza haben sie zusammen
gegessen?
1/4 + 3/8
= 2/8 + 3/8 = 5/8
Zusammen haben sie 5/8 Pizza gegessen.
Der Aufgabentyp kann auch mit Mengendarstllung eingeführt werden:
Durch weitere ähnliche Aufgaben zur Addition und Subtraktion ungleichnamiger
Brüche gelangen die Schüler zu folgender Regel:
Addition ungleichnamiger Brüche:
Um ungleichnamige Brüche zu addieren, müssen sie erst durch
Erweitern gleichnamig gemacht werden.
Beispiel:
 |
Subtraktion ungleichnamiger Brüche:
Um ungleichnamige Brüche zu subtrahieren, müssen sie erst
durch Erweitern gleichnamig gemacht werden.
Beispiel:
 |
Es eigenen sich auch folgende Merksätze, vor allem in Bezug auf
das Bilden des Hauptnenners:
Addition:
3/4 + 5/6
Gleichnamigmachen |
Vielfache von 4: 4, 8, 12, 16, 20, 24,
28, 32, 36...
Vielfache von 6: 6, 12, 18, 24, 30, 36 ... |
| => Hauptnenner 12 |
3/4 + 5/6 = 9/12 + 10/12 = 19/12 = 1 7/12 |
Subtraktion:
9/10 - 3/4
Gleichnamigmachen |
Vielfache von 10: 10, 20, 30...
Vielfache von 4: 4, 8, 12, 16, 20, 24, 28, 32... |
| => Hauptnenner 20 |
9/10 - 3/4 = 18/20 - 15/20 =3/20 |
1.1.3. Addition und Subtraktion gemischter Zahlen
Um eine spätere Unsicherheit bei solchen Aufgabentypen zu vermeiden
, ist es notwendig, es an dieser Stelle zu behandeln.
Beispiel: 5 1/4 bedeutet: 5 + 1/4 = 5/1 +1/4 = 20/4 +1/4 = 21/4
Aufagbe: 5 1/4 + 2/5 = 5 5/20 + 8/20 = 5 13/20
Durch die Einführung der gemischten Zahlen verhindert man das
Rechnen mit großen Zahlen:
Beispiel: 5 1/4 + 2/5 = 21/4 + 2/5 = 105/20 + 8/20 = 113/ 20
1.1.4 Weitere Aufagenbeispiele
1.2. Typische Schülerfehler und mögliche Ursachen nach
Padberg
-
Bruchzahl plusBruchzahl (A1)
Es tritt hier überwiegend folgendes Fehlermuster auf :
Schüler, die mit dem Bruchrechenlehrgang der Multiplikation begonnen
haben, machen diesen Fehler fast doppelt so häufig wie diejenigen,
die mit Addition begonnen haben.
Mögliche Ursachen:
-
Unscharfe, anschauliche Bruchvorstellungen
-
Verwechslung bzw. Vermischung der Addittion von Brüchen und der im
täglichen Leben häufig vorkommenden Addition von Verhältnissen:
-
Bruchzahl plus natürliche Zahl
Hauptfehlertyp(A 2):
oder
Im Durchschnitt machen etwa 20% der Schüler ja Aufgabe den Fehler.
Ansonsten sind noch sogenannte Einbettungsfehler von Bedeutung: n = n/n
Mögliche Ursachen, des auf der semantischen Ebene sehr einfachen
Aufgabentyps:
Unterschätzung des Aufgabentyps durch Lehrer führt zur Vernachlässigung
im Unterricht
Fehlerhafte Übertragung der Multiplikation auf die Addition:
nicht genügende anschauliche Behandlung und Einbettung der natürlichen
Zahlen in die Menge der Bruchzahlen.
-
Bruchzahl minus Bruchzahl (S 1)
Die Fehlertypen entsprechen meist dem Fehlermuster A 1 der Addition:
Der Fehler wird allerdings nur dann gemacht, wenn a> c und b>d (Beispeil:
5/8 - 1/3 = 4/5). Bei ungleichnamigen Brüchen kommt dieser Fehler
etwas seltener als A 1 vor. Ist das Lösen der Aufgabe (Beispiel: 5/3
- 1/6) durch diese Fehlerstrategie nicht möglich, so wird die Aufgabe
meist übersprungen oder seltener durch eine andere Fehlerstrategie
gelöst.
Mögliche Ursachen stimmen mit denen des Fehlertyps A 1 überein.
-
Natürliche Zahl minus Bruchzahl
Die Beobachtungen Padbergs decken sich mit denen der Addition mit folgender
Abweichung:
Quote der richtig gelösten Aufgaben liegt niedriger als bei A
2.
Große Unsicherheit der Schüler bei diesem Aufgabentyp ist
durch das Auslassen der entsprechenden Testaufgaben zu erkennen.
Belege durch Beispiele
"Von einer Tafel Schokolade wurden 7 Stücke gegessen.
Welcher Bruchteil bleibt übrig ?"
Die Hälfte der Schüler gibt den Bruchteil richtig an (8/15).
Als an einer anderen Stelle des Tests die Aufgabe 1 - 7/15 gestellt wird,
ergeben sich noch weniger richtige Lösungen.
1.3. Mögliche Gegenmaßnahmen
Mögliche Gegenmaßnamen werden in Bezug auf die Addition
dargestellt. Die getroffenen Aussagen gelten ebenso für die Subtraktion.
-
Anschauliche Grundvorstellung zur Addition aufbauen.
-
Brüche anfangs unserer Sprechweise entsprechend schreiben: 2 Drittel,
4 Fünftel.....
-
Rechnungen der Addition (a/b +c/d) und Multiplikation (a/b *c/d) miteinander
vergleichen und gegeneinander absetzen, um so die Anwendung der Multiplikation
auf die Addition wie bei A1 zu verhindern.
-
Aufgaben des Typs A 2 sollen bewußt vom Lehrer berücksichtigt
werden. Leichte Aufgaben dieses Typs sollen sufgrund anschaulicher Grundvorstellungen
über Brüche gelöst werden. Starre Schemata zum Lösen
von solchen Aufgaben sollen gemieden werden.
-
Einbettung der natürlichen Zahlen in die Menge der Bruchzahlen sollte
sorgfältig und anschaulich behandelt werden.
-
Die Schüler sollen prüfen, ob ihr Ergebnis von der Größenordnung
her überhaupt stimmen kann. Dieses Abschätzen muß aber
im Unterricht gezielt geübt werden.
Daten aus einer Untersuchung von Post: Die Summe von 12/13 + 7/8 sollte
rasch überschlagen werden, und die richtige Antwort angekreuzt werden.
Vorgegeben waren die Antworten 1, 2, 19, 21 und "ich weiß nicht".
19 und 21 wurden am häufigsten von jeweils mehr als einem Viertel
der Schüler angekreuzt.
2. Multiplikation
2.1. Einführung
2.1.1 Multiplikation einer Bruchzahl mit einer natürlichen
Zahl
Die Multiplikation eines Bruches mit einer ganzen Zahl wird auf die
Addition zurückgeführt.
-
Konkretes Operieren
Lege mit den aus Papierkreisen hergestellten Halben und Vierteln nach,
addiere und multipliziere wie im Beispiel:
1/4
1/2
3/4
a) 1/4 + 1/4 + 1/4 + 1/4 + 1/4
= 5 * 1/4 = 5/4 = 1 1/4
-
Zeichnerisches Operieren:
Hier soll eine Modellvariation erfolgen. An Kreisen, Rechtecken oder
am Zahlenstrahl dargestellte Operationen sollen erkannt und dargestellt
werden.
-
Bestimme das Dreifache des gekennzeichneten Bruchteils:

-
Am Zahlenstrahl dargestellte Aufgaben als Addition und Multiplikation erkennen
lassen.
-
Brüch kann man multiplizieren!

-
Schreibe zu jeder Abbildung die Aufgabe:

-
Symbolische Ebene: Hier wird die Multiplikation von Brüchen mit natürlichen
Zahlen auf die Additionsoperation zurückgeführt.

Die Schüler gelangen induktiv zu folgender Regel:
Man multipliziert eine Bruch mit einer natürlichen
Zahl, indem man den Zähler mit der Zahl multipliziert. Der Nenner
bleibt gleich.
Beispiel: 5 * 2/3 = 10/3 = 3 1/3 |
2.1.2 Multiplikation eines Bruches mit einem Bruch
Geeignet sind hier die sogenannten "von Aufgaben" (Beispiel: 2/3 von
3/4). Es muß allerdings die Bedeutung des Wortes von geklärt
werden: von = mal
-
Konkretes Operieren durch Papierfalten (1/2 von 1/2) oder Pfennige legen
(2/3 von 3/4):

-
Konkretes Operieren durch Pfennige oder Kreise legen

-
Zeichnerisches Operieren:
In Schulbüchern wird häufig das Flächenmodell verwendet:
Erkläre und löse die Aufgabe:
2/6 von 6/8 sind 2/8 sind
1/4
Die Schüler gelangen so zu folgender Regel:
Multiplikation zweier Brüche:
Zwei Brüche werden multipliziert, indem man jeweils die Zäler
miteinander multipliziert und die Nenner miteinander:
Zähler mal Zähler / Nenner mal Nenner
Beispiel:
 |
Für das Rechnen auf der symbolischen Ebene sind in den Schulbüchern
meist genügend Aufgaben vorhanden.
Bei den Ergebnis ist - genauso wie bei den anderen Rechenoperationen
- darauf zu achten daß es immer auf die einfachste Form gebracht
wird durch Kürzen und Umwandeln in eine gemischte Zahl. Weiterhin
sollte auf das Kürzen vor dem Ausmultiplizieren geachtet werden, um
das Rechnen mit zu großen Zahlen zu vermeiden.
Beispiel:
2.1.3 Multiplikation eines Bruches mit einer gemischten Zahl
Gemischte Zahlen werden in unechte Brüche verwandelt. Dann wird
das oben genannte Verfahren angewendet:
Zähler mal Zähler / Nenner mal Nenner
=> Kürzen, wenn möglich
=>Zähler und Nenner ausmultiplizieren
=> Ergebnis vereinfachen
Beispiel:
2.1.4 Andere Einführungsmöglichkeit: Flächen
Für den Flächeninhalt eines Rechtcks mit den Sitenlängen
a m und b m (a,b, aus N) gilt:
F = (a*b) m^2
Soll diese Formel auch für Rechtecke mit Bruchzahlen als Maßzahlen
Gültigkeit behalten, so hat dies Konsequenzen für die Produktdefinition
bei Bruchzahlen:
Beispiel: 2/3 * 4/5
Bei der Bestimmung des Flächeninhalts aufgrund der Zeichnung ergibt
sich:
Lösung: F = 8/15 m^2 = 2*4 / 3*5 m^2
2.2. Typische Schülerfehler und mögliche Ursachen
-
Multliplikation gleichnamiger Brüche
Hauptfehlertyp M 1 findet sich bei über der Hälfter aller
Schülerfehler: Die Regeln der Addition/Subtraktion werden auf die
Multiplikation übertragen:
Dieser Fehler unterläuft 17 Prozent, d.h. jedem 6. Schüler,
mindestens einmal. Meist handelt es sich um Flüchtigkeitsfehler, wenn
vorher die Addition behandelt worden ist.
Fehlertyp M 2:
8% der Schüler begehen diesen Fehler mindestens einmal, meist
nicht systematisch. Die Schüler rechnen wahrscheinlich
-
Multiplikation ungleichnamiger Brüche
Die Schüler haben bei diesem Fall am wenigsten Schwierigkeiten,
da die Multiplikationsregel besonders einprägsam ist.
-
Natürliche Zahlen mal Bruchzahl bzw. Bruchzahl mal natürliche
Zahl
Jeder vierte Schüler begeht systematisch folgenden Fehler M 3:

Mögliche Ursachen:
-
Schwierigkeiten der Schüler mit der Einbettung der natürlichen
Zahlen in die Bruchzahlen (n = n/n)
-
Mangelnde Unterscheidung der Regel des Erweiterns und des Multiplizierens
-
Übergeneralisierung der vertrauten Multiplikationsregel: Zähler
mal Zähler / Nenner mal Nenner.
Da nichts anderes verfügbar ist, multplizieren die Schüler
notgedrungen den Nenner auch mit der natürlichen Zahl.
-
Multiplikation gemischter Zahlen
Werden gemischte Zahlen nicht in Brüche umgewandelt, sind häufig
folgende Fehlerstrategien vorzufinden:
1) Die gemischte Zahl/natürliche Zahl wird beibehalten, nur die
Brüche werden miteinander multipliziert.
Beispiel: 5 1/2 * 3/7 = 5 3/14
2) Gemischte Zahl mal natürliche Zahl:
Die natürlichen Zahlen werden multipliziert, der Bruch wird beibehalten.
Beispiel: 2 1/2 * 6 = 12 1/2
3) Gemischte Zahl mal gemischte Zahl
Die naürliche Zahlen werden miteinander multipliziert, ebenso
die Bruchteile.
Beispiel: 2 1/2 * 4 1/2 = 8 1/4
Mögliche Ursache:
Die drei Aufgabentypen lassen das psychologische Konmzept "Verknüpfe
Gleichartiges" erkennen.
2.3. Mögliche Gegenmaßnahmen
Bewußtes Kontrastieren von Aufgabentypen zur Addition und Multiplikation
gleichnamiger Brüche um so M1 zu verhindern bzw. abzubauen. Gegenüberstellen
von Multiplikation und Divisionsaufageben, da die beiden Regeln auch öfters
miteinander verwechselt werden. Gründliche und anschauliche Einbettung
der natürlichen Zahlen in die Bruchzahlen mit folgender Regel: n =
n/1 Exakte Klärung des Begriffs "von", von = mal, falls er verwendet
wird.
3.Division
3.1. Einführung
3.1.1 Division eines Bruches durch eine natürliche Zahl
-
Konkretes Handeln: Dies kann durch das Arbeiten mit Kreisteilen, Flüssigkeiten
oder Mengen erfolgen. Die Schüler können konkrete Aufgaben zum
Beispiel mit Kreisteilen legen und lösen.
Beispiel: Martin, Doris und Christel teilen sich den Inhalt einer 3/4
Liter Flasche Cola. Schreibweise: 3/4 l :3
Lösung durch Probieren mit Flüssigkeiten: 3/4 l : 3 = 1/4
l
Feststellung der Schüler: Der Zähler wird also durch 3 geteilt.
der Nenner bleibt.
-
Konkretes Handeln mit Kreisteilen:
Beispiel: 1 3/4 : 3 = 1/2

-
Zeichnerische Darstellung
Ein Litergefäß ist zu 4/7 mit Saft gefüllt. Inge hat
Durst und trinkt daher die hälfte des Inhaltes aus. Welchen Bruchteil
des Litergefäßes hat sie geleert?
Löse mit Hilfe einer Zeichnung.
-
Zeichnerische Darstellung:
Notiere zu jeder Zeichnung eine Divisionsaufgabe
15/16 : 5 = 3/16
-
Läßt sich der Zähler nicht ohne Rest dividieren:
Beispiel: 5/6 : 2
Jedes Sechstel wird in 2 gleich große Teile geteilt => es entstehen
Zwölftel
5/6 : 2 = 10/12 : 2 = 5/12
Auch durch ähnliche Beipsiele kann gezeigt werden, daß man
auf kürzerem Weg, d.h. ohne Zeichnung zum Ergebnis kommen kann.
oder eventuell:

Es läßt sich folgende Regel verfassen:
Einen Bruch dividiert man durch eine natürliche
Zahl, indem man den Nenner mit der natürlichen Zahl multipliziert.
Der Zähler bleibt.
Beispiel:
 |
3.1.2 Division einer gemischten Zahl durch einen Bruch
Die gemischte Zahl wird in einen unechten Bruch umgewandelt. Das weitere
Vorgehen erfolgt wie oben in Punkt 3.1.1.
3.1.3 Division eines Bruches/einer natürlichen Zahl durch einen
Bruch
-
Konkretes Handeln
Es werden Gefäße verschiedener Größen beschafft
und gestellte Aufgaben durch Umfüllen gelöst.
Beispiel: Martin und Ute bereiten für das Schulfest einen Getränkestand
vor. Sie probieren aus, wie viele Gläser zu 1/5 l sie aus einer 7/10
l Flasche Limonade herausbringen.
Lösen der Aufgabe durch Umfüllen: Es werden 3 1/2 Gläser
gefüllt
Also: 7/10 : 1/5 = 3 1/2
-
Nach dem Lösen ähnlicher Aufgaben auch durch zeichnerische Darstellung
kann der Rechenweg nachvollzogen werden:
-
In diesem Zusammenhang muß der Begriff Kehrwert erläutert werden
und einige Aufgaben zur Einübung sollten den Schülern gestellt
werden.
Der Begriff Kehrwert kan mit Hilfe von Operatoraufgaben eingeführt
werden:
-
Weitere Beispiele
1) Bestimme den Kehrwert von 6/7, 8/13, 15/23, 23/25
2) Gib den Kehrwert an. Verwandle gemischte Zahlen zuerst in unechte
Brüche
2/3, 3, 1 1/2, 5, 7, 2 1/3, 9, 4 1/7
-
Merksatz für die Schüler:
| Wir erhalten den Kehrwert eines Bruches, in dem wir Zähler und
Nenner vertauschen. |
-
Es kann folgende Rechenregel zur Division von Brüchen aufgestellt
werden:
Man dividiert durch einen Bruch, indem man mit seinem
Kehrwert multipliziert.
Beispiel: 2/3 : 4/5 = 2/3 * 5/4 = 10/12 = 5/6 |
-
Division natürlicher und gemischter Zahlen durch einen Bruch
Die natürlichen und gemischten Zahlen werden vor der Anwendung
der oben genannten Rechenregeln in unechte Brüche umgewandelt. Anschließend
multipliziert man mit dem Kehrwert.
-
Rechne mit Probe
8/9 : 2/9
7/9 : 2/9
19/12 : 1/4
19/12 : 1/6
-
Ergänze:
6/14 ---------- : 2/3 ---------->
___ ----------- : 3/5 --------->
5/4 ------------ : 3/4 --------->
3/4 ------------ : __ ---------->
-
Berechne. Kürze, wenn möglich vor dem Ausrechnen.
6/5 : 2/3, 3/7 : 14/5, 13/4 : 7/5, 1/4 : 2/3, 3/11 : 15/7, 7/18 : 28/9
-
Weitere Möglichkeit zur Einführung der Division durch Brüche:
Gleichungsketten
Bei Kenntnis der Division Brüchen durch natürliche Zahlen
können bereits die ersten Aufgaben der folgenden Gleichungen gelöst
werden:
| 3/2 |
: 500 |
= 3/1000 |
| 3/2 |
: 100 |
= 3/200 |
| 3/2 |
: 20 |
= 3/40 |
| 3/2 |
: 4 |
= 3/8 |
| 3/2 |
: 4/5 |
= ? |
=> Der Dividend bleibt unverändert (3). Der Divisor wird jeweils gefünftelt,
d.h. das Ergebnis wird verfünffacht. Gilt das Permannenzprinzip der
natürlichen Zahlen auch für die Bruchzahlen, muß festgesetzt
werden: 3/2 : 4/5 = 3/8 * 1/5 = 3/8 *5
es gilt also: 3/2 * 4/5 = 3/8 * 5 = 3 / 2*4 = 3*5 / 2*4 = 3/2 * 5/4
= 15/8
So ergibt sich zwangsläufig die oben genannte Rechenregel
3.1.4 Division einer natürliche Zahl durch eine natürliche
Zahl
Im Bereich der natürlichen Zaheln ist die Division nur in wenigen
Spezialfällen durchführbar, nämlich nur dann, wenn der Dividend
ein Vielfaches des Divisors ist.
Division durch natürliche Zahlen ist in der Menge der Bruchzahlen
stets durchführbar. Durch Einbettung natürlicher Zahlen in die
Menge der Bruchzahlen ist die Division uneingeschränkt durchführbar,
denn: n = n/1
Dem Schüler darf nicht der Eindruck vermittelt werden, daß
die Division zweier natürlicher Zahlen (2:3) plötzlich auch in
der Menge der natürliche Zahlen erlaubt ist. Hieraus ergibt sich wahrscheinlich
auch die große Unsicherheit gegenüber diesem Aufgabentyp.
3.2. Typische Schülerfehler und mögliche Ursachen
-
Bruchzahl durch natürliche Zahl ( D 1)
Bei Division gleichnamiger Brüche wird folgender Fehler häufig
angewendet, wenn der 2. Zähler durch den 1. Zählbar teilbar ist.
Jedem 5. Schüler passiert dieser Fehler mindestens einmal. Bei
4% ist er systematisch.
Weitere fehlerhafte Regelanwendung: Multiplikation, Kehrwert des ersten
Bruches oder Kehrwert beider Brüche
-
Bruchzahl durch natürliche Zahl
10% aller Schüler multiplizieren statt zu dividieren, wahrscheinlich
wegen Problemen der Kehrwertbildung natürlicher Zahlen:
Eine weitere Ursache kann auch die falsche Einbettung natürlicher
Zahlen in die Menge der Brüche sein.
-
Natürliche Zahl durch natürliche Zahl
Die Ergebnisse offenbaren starke Defizite der Schüler hinssichtlich
der Grundvorstellung. An der höchsten Auslassungsquote aller Aufgaben
wird die Unsicherheit besonders deutlich.
Beispiel: 4 : 5
Einige Schüler weichen auf die für sie lösbare Aufgabe
aus: Statt 4 : 5 rechnen sie 5 : 4.
Andere betten natürliche Zahlen falsch in die Bruchzahlen ein:
Bei 2m : 5 erhöht sich allerdings die Richtigkeitsquote um 10%
(2m : 5 = 200cm :5 = 40cm).
3.3. Mögliche Gegenmaßnahmen
-
Starke Betonung der anschaulichen Grundvorstellung (Messen, Teilen) der
Division, sowie starker Rückgriff darauf beim Lösen einfacher
Aufgaben
-
Eine breitere anschauliche Einübung und Betonung der Vorstellung eines
Bruches als Teil mehrerer Ganzen. Gezieltes Kontrastieren von Aufgaben
zur Addition und Division gleichnamiger Brüche ist nötig, um
Widerstand gegen Fehlertyp D 1 aufzubauen.
-
Bewußtes Gegenüberstellen von Multiplikations- und Divisionsaufgaben
-
Sorgfältige Behandlung von "Bruch durch natürliche Zahl" und
Einbettung der natürlichen Zahlen in die Bruchzahlen.
-
Ausformulierung nur einer Regel zur Division
4. Zusammenfassung
-
Beim Lösen von Aufgaben der Bruchrechnugn gehen viele Schüler
mechanisch und formal vor. Ihr Lösungsweg ist meist starr und wenig
flexibel. Beispiele hierfür sind Aufgaben wie 3 + 1/5; 5 - 1/9; 4
* 1/6; 1 : 1/4: Anstelle einer Lösung durch Rückgriff auf anschauliche
Bruchvorstellungen sind diese Aufgaben meist sehr fehlerträchtig.
Defizite lassen sich auch bei Aufgaben wie 3 : 5 erkennen. Daher ist
es zunächst notwendig, daß eine anschauliche Bruchvorstellung
aufgebaut wird. Die Schüler müssen auch dazu angehalten werden
zu prüfen, ob ein gefundenes Ergebnis von der Größenordnung
her überhaupt möglich ist.
-
Bei Fehlern sind im Bereich der Bruchrechnung gezielte Maßnahmen
möglich, da eine Konzentration auf nur wenige Fehlertypen auftritt
in Bezug auf den Multiplikations- und Additionsrahmen.
-
Bei allen vier Rechenoperationen bereiten sogenannte "gemischte Fälle"
(Bruch und natürliche Zahl kombiniert) wesentlich mehr Schwierigkeiten
als Standardfälle ( 2 Brüche).
-
Padbergs Befunde sprechen für den Beginn der Bruchrechnugn mit der
Addition und nicht mit der Multiplikation, da sonst die Multiplikationsregel
häufiger auf die Addition und Subtraktion übertragen wird.
-
Der Einsatz des Operatormodells bringt in der Bruchrechnung laut Padberg
massive Nachteile.
V. Freiarbeit
Im folgenden werden einige Spiele bzw. Aufgaben vorgestellt, die sich zur
Freiarbeit eignen.
Bei den einzelnen Spielen sind auch verschiedene Variationen möglich.
Die Spiele können bei anderen Themenbereichen Anwendung finden, wenn
sie verändert werden ( z. Bsp. die Aktionskarten beim Spiel Pferderennen).
Brain Strain:
Ein Spiel zum Vergleichen von Brüchen
-
Spielanleitung

-
Spielplan
Quelle: Vernay Rüdiger, Pferderennen und andere Spiele zur Bruchrechnung,
in: mathematik lehren 66, S. 19 ff
Pferderennen
Wegespiel für 2 - 4 Spieler
-
Spielanleitung
Material: Spielplan
1 Spielfigur für jeden Mitspieler
1 Satz Aufgabenkarten ( auf der Unterseite steht jeweils ein Bruch;
Auf der Rückseite der Karte ein Nenner,
auf den der angegebene Bruch erweitert oder gekürzt werden soll)
Regeln:
Die Spielfiguren werden auf das Startfeld gestellt. Es wird vereinbart,
wer beginnt. Die Aufgabenkarten werden gemischt und mit den Bruchzahlen
nach unten hingelegt. Die Zahl, die auf der nach oben liegenden Seite steht,
gibt an, auf welchen Bruch erweitert oder gekürzt werden soll.
Wer an der Reihe ist, deckt die oberste Aufgabenkarte auf und versucht,
den Bruch auf den vorgegebenen Nenner zu erweitern oder zu kürzen.
Manche Brüche lassen sich in zwei Schritten (zuerst kürzen und
dann erweitern) auf den gewünschten Nenner bringen.
Der so berechnete Zähler gibt an, wie viele Felder der Spieler
vorrücken darf.
Sollte der Spielstein genau auf ein viereckiges Feld treffen, darf
nicht gezogen werden.
Kann ein Bruch nicht auf den angegebenen Nenner gebracht werden, darf
ebenfalls nicht gezogen werden. Dies gilt auch, wenn der Spieler falsch
erweitert oder gekürzt hat.
Das Aufgabenkärtchen wird zur Seite gelegt. Der nächste Spieler
ist nun an der Reihe.
Wer zuerst das Ziel erreicht, gewinnt.
Sollten vor dem Spielende alle Aufgabenkärtchen benutzt worden
sein, werden sie neu gemischt.
Spielvariante:
Die Aufgabenkärtchen werden nur auf einer Seite beschriftet und
zwar mit Aufgaben zur Bruchrechnung (Addition, Subtraktion, Multiplikation,
Division). Die Spieler müssen die Aufgabe rechnen. Der so errechnete
Zähler gibt an, wie viele Felder der Spieler vorrücken darf.
Bsp: 2/5 + 1/10 Der Spieler darf 5 Felder vorrücken
(2/5 + 1/10 = 5/10)
-
Spielplan:
Quelle: Vernay Rüdiger, Pferderennen und andere Spiele zur Bruchrechnung,
in: mathematik lehren 66, S. 19 ff
Brüche würfeln
Übung für zwei Spieler
Spielanleitung
Material: 2 zwölfflächige Würfel
Regeln:
Die zwei Spielr würfeln abwechselnd mit zwei Würfeln. Aus
den beiden gewürfelten Zahlen wird jeweils ein unechter Bruch gebildet.
Wer von den beiden Spielern den größeren Bruch hat, erhält
dafür einen Punkt. Wer nach einer bestimmten Zeit die meisten Punkte
hat, ist Sieger.
Quelle: Vernay Rüdiger, Pferderennen und andere Spiele zur Bruchrechnung,
in: mathematik lehren 66, S. 19 ff
Irrgarten
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Irrgarten 1

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Irrgarten 2

Quelle: Haesemann Klaus, Bruchvorstellungen und die Addition,
in: mathematik lehren 16, S. 16 ff
Lotto
Übung zur Addition und Subtraktion
Beim Lotto suchen Schüler und Schülerinnen zusammengehörige
Kartenpaare (Rechenaufgabe und Bild der Rechenaufgabe). Zur Kontrolle sollten
auf der Rückseite zusammengehörige Kartenpaare mit dem gleichen
Symbol gekennzeichnet werden.
Die Schüler ordnen jeweils der Aufgabenkarte die entsprechende
Bildkarte zu.
Beispiele für Aufabenkarten:
Quelle: Wiese Ilse, Bruchrechnen: Freies Arbeiten - gezieltes Üben,
in: mathematik lehren, S. 18 ff
VI. Literaturangaben:
-
Akademieberichte, Dillingen, Nr. 185
-
Lehrplan für die Hauptschule
-
Padberg Friedhelm, Didiaktik der Bruchrechnung, Heidelberg, 1995
-
Schulbücher: Lernstufen Mathematik 5, 6, Berlin 1998, Cornelson Verlag
-
Haesemann Klaus, Bruchvorstellungen und die Addition, in: mathematik lehren
16, S. 16 ff
-
Vernay Rüdiger, Pferderennen und andere Spiele zur Bruchrechnung,
in: mathematik lehren 66, S. 19 ff
-
Wiese Ilse, Bruchrechnen: Freies Arbeiten - gezieltes Üben, in: mathematik
lehren, S. 18 ff