Man weiß bis heute nicht, ob Thales mathematische Schriften
verfaßt hat oder nicht, jedoch "alles deutet drauf hin, daß Thales ungeachtet allen
späteren Streits über seine literarische Produktion denn doch
eine mathematische Schrift verfaßt und Eudemos sie noch in Händen gehabt hat.
Und das wiederum heißt auch, daß wir dem Bericht des Proklos einiges Vertrauen entgegenbringen dürfen."[2]
Von Proklos kennt man einen Kommentar zu Euklids Elementen (leider nur zum ersten Buch). Dort werden
vier Sätze auf Thales zurückgeführt. Wir bringen sie hier in einer uns
geläufigen Formulierung:
Jeder Kreis wird mit Hilfe des Durchmessers in zwei
gleichgroße Hälften geteilt.
Bei einer Geradenkreuzung sind Scheitelwinkel gleich groß.
Die Basiswinkel eines gleichschenkligen Dreiecks
sind gleich groß.
3. Kongruenzsatz (WSW): Zwei Dreiecke, die in einer Seite
und den anliegenden Winkeln übereinstimmen, sind kongruent.
Bei weiteren zwei Sätzen ist nicht gesichert, ob sie wirklich auf Thales zurückgehen: