Projekt mit Maribor

Studenten- und Dozentenaustausch: Fördervolumen eine Million Mark

Partnerschaften müssen leben, und deshalb hat kürzlich Professor Dugan Pagon von der slowenischen Universität Maribor wieder die Universität Bayreuth und dort vor allem den Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik, Professor Peter Baptist, besucht.

Beide Universitäten sind seit 1984 über einen Kooperationsvertrag miteinander verbunden, und damit ist die Universität Maribor eine der ersten ausländischen Hochschulen, die mit der damals noch jungen oberfränkischen Hochschule ein Arbeitsprogramm verabredeten. Zwischen 1993 und 1995 wurden die Kontakte innerhalb der Mathematik im Rahmen eines TempusProjekts noch intensiviert. Dieses Förderprogramm der Europäischen Gemeinschaft dient der Verbesserung der Mathematiklehrerausbildung in Slowenien, das heißt, an den beiden dortigen Universitäten Ljubljana und Maribor. An dem Projekt waren noch die Universität Pilsen (Tschechische Republik) und auf der Seite der EU die von Leeds (Großbritannien) und Barcelona (Spanien) beteiligt.

Das Projekt hatte ein Fördervolumen von zirka einer Million Mark, wobei der weitaus größte Teil dieser Summe den Universitäten in den beiden ehemaligen Ostblockstaaten zugute kam. Das Geld wurde vor allem zur Beschaffung von Computern und dazugehöriger Software verwendet. Außerdem konnten acht Studentinnen und Studenten aus Slowenien zwei- bis dreimonatige Studienaufenthalte in Bayreuth ermöglicht werden. Auch der Dozentenaustausch wurde zwischen den beteiligten Universitäten gepflegt.

Inhaltlich wurde ein gemeinsam erarbeitetes Buch mit Fortbildungsmaterialien für Lehrkräfte in Slowenien publiziert. Da mit Ablauf des Förderzeitraums nicht alle begonnenen Teilprojekte abgeschlossen waren, gewährte die EU eine Verlängerung des Projekts bis Ende 1997. Die Arbeiten an einem zweiten Band mit Materialien und Vorschlägen für den Mathematikunterricht werden noch im Herbst beendet. Es werden nach Angaben von Professor Baptist sowohl eine englische als auch eine slowenische Ausgabe erscheinen.

Einen Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen dem Lehrstuhl für Mathematik und ihrer Didaktik in Bayreuth und den slowenischen Mathematikern bildet die Geometrie mit dem Computer. Bayreuther Mathematiker hielten Kurse in Maribor ab, Studenten besuchten entsprechende Veranstaltungen in Bayreuth. Im Rahmen ihrer Diplomarbeiten werden sich zwei Studentinnen aus Maribor ebenfalls mit dieser Thematik befassen und im Herbst wieder für kurze Zeit nach Bayreuth kommen.

Bei dem aktuellen Besuch Professor Pagons hielt er einen Vortrag zu einem geometrischen Thema, besuchte zahlreiche mathematikdidaktische Lehrveranstaltungen und besprach mit seinem Bayreuther Kollegen Baptist einzelne Beiträge zu dem gemeinsamen Buchprojekt.

Ein gemeinsames Interesse der slowenischen und Bayreuther Mathematikdidaktiker bezieht sich auch auf das Geometrieprogramm GEONET. Diese interaktive Software auf Java-Basis wurde von Dr. Alfred Wassermann, einem Mitarbeiter von Professor Baptist, aufbauend auf Vorarbeiten von David E. Joyce (Worcester, Massachusetts/ USA) entwickelt und soll bei den Schulen erprobt und in der Lehrerausbildung eingesetzt werden. Außerdem gestattet es die Herstellung dynamischer Geometriebücher.