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Geometrie visualisiert im WWW: geologosmall.gif (12 KB)

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Dr. Alfred Wassermann

Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik, Universität Bayreuth

geonetposter.jpg (23 KB) - Im Hintergrund die ProgrammoberflächeAls sich Mitte März auf dem Messegelände in Hannover die Tore für die Besucher der weltweit größten Computermesse, der CeBIT, öffneten, konnten fachlich Interessierte auch ein Angebot der Universität Bayreuth vorfinden.

Der Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik (Professor Dr. Peter Baptist) präsentierte auf dieser Kultmesse für Computerfreaks das dynamische Geometrieprogramm GEONET. Dieses Programm ermöglicht die Visualisierung komplexer geometrischer Probleme im Multimediabereich des Internets, dem World Wide Web oder WWW. Das Programm ist praxisorientiert, denn es ist für den Einsatz im Schulunterricht und für die Lehramtsausbildung an den Hochschulen gedacht.

GEONET zeichnet sich u.a. durch seinen Zug- und seinen Spurmodus aus. Der Zugmodus ermöglicht dem Benutzer das Bewegen von Punkten, Geraden oder sonstigen geometrischen Gebilden auf der Zeichenfläche, also auf dem Bildschirm. Konstruktionen, die mit einem stetig verschobenen Objekt geometrisch in Verbindung stehen, ändern ebenfalls ihre Lage und behalten dabei ihre charakteristischen Eigenschaften bei. Damit lassen sich geometrische Zusammenhänge (Allgemeingültigkeit/Invarianz) optisch erfassen. Dieses Ziel verfolgt auch der Spurmodus. Befindet sich ein Objekt in diesem Modus, so hinterläßt es auf der Zeichenfläche eine Spur, d.h. seine Ortskurve wird sichtbar.

Der Einsatz von GEONET ist auf den Gebrauch im Internet bzw. in Verbindung mit einem Internet-Browser, einem Programm mit einer graphischen Oberfläche, ausgerichtet. Damit ist das Programm besonders für die Verwendung in Schulen geeignet, denn es kann unmittelbar und kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden und ist sofort einsatzbereit. Eine umständliche Netzwerkinstallation auf dem Schüler-PC entfällt damit. Außerdem ist das Programm systemunabhängig, was bedeutet, dass der Einsatz unter Windows ebenso möglich ist wie unter Linux und anderen Betriebssystemen.

Programm-Module (jpg - 17 KB)GEONET entstand ursprünglich am Department für Mathematik und Computerwissenschaft der Clark-University in den USA aus einem bestimmten kleinen Zusatzprogramm (Applet), das zur Darstellung der Elemente des Euklid entwickelt wurde. Bereits in dieser Version war es möglich, Punkte, Geraden, Kreise und Polygone zu zeichnen und diese am Bildschirm zu verändern.

Im Vergleich zu „konventioneller“ Geometrie-Software lässt sich das Programm GEONET direkt in den von Browsern benutzten Seiten im sogenannten html-Format integrieren. In Verbindung mit Text und Graphik entstehen so ganz neue Unterrichtsmedien. Im Unterschied zu gedruckten Texten haben mit GEONET kreierte dynamische Arbeitsblätter den Vorteil, „Theorie“ in Form von Text und „Praxis“ (GEONET) zu vereinigen. Damit ist ein effektives und abwechslungsreiches Arbeiten am PC möglich.

Am Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik stand die Entwicklung einer komfortablen Bedienung von GEONET im Vordergrund, die das nachträgliche Hinzufügen und Entfernen von Elementen und deren optische Gestaltung ermöglicht.

Mittlerweile wird das Programm im positiven Sinn zu einem „ Messe-Bummler“, denn es war - mit Hardwareunterstützung durch die Landesbildstelle Nordbayern - auch Ende Mai auf der Messe „Visions for You“ in Leipzig und wurde Mitte Juni in München beim Bayern-Online-Kongress präsentiert.